Das große Welttheater
Der große Auftritt für „Das Große Welttheater“

90 Jahre Salzburger Festspiele wollen würdig gefeiert werden.
Nach dem Motto 'die ganze Stadt ist Bühne' präsentiert sich
Salzburg auf verschiedenster Ebene von seinen besten Seiten.
Bis 26. Oktober.
Die Salzburger Festspiele sind so einmalig wie Salzburg selbst. Doch wie wird man einem international einzigartigen, in der ganzen Welt renommierten Festival, das längst zur Institution wurde, würdig und entsprechend würdigend gerecht?
Der 90. Geburtstag eines der wahrlich großen "Aushängeschilder" österreichischen Kultur-Schaffens wird vom 17. Juli bis 26. Oktober 2010 an zahlreichen Plätzen der Stadt Salzburg buchstäblich zelebriert. So widmet sich beispielsweise die Kunsthalle des Salzburg Museums den Themen Oper, Konzert und Schauspiel und verbindet diese quasi programmatisch. Dabei stellt sich eine multimediale Schau, die einen Blick ins Innere der Salzburger Festspiele gewährt, in einen sprichwörtlich magischen Fokus.
Des Weiteren wird die Reise um "Das Große Welttheater" von der Gründungsidee des Friedenswerkes nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges über die geschichtliche Entwicklung und Etablierung der Festspiele bis zu Höhepunkten aus der jüngeren Vergangenheit fortgesetzt. Und führt so mitten ins Herz dieser Salzburger Kulturinstitution.
Unbestritten haben die Festspiele in den 90 Jahren ihres Bestehens die Entwicklung, die Bedeutung und das - vor allem gesellschaftliche - Leben in Salzburg maßgeblich mitbestimmt. Und nicht umsonst kann, ja muss man seit 1920 von einer Stadt als Weltbühne sprechen. Klar, dass sich die Ausstellung bekannten Gesichtern, beliebten Künstlern, all den großen Dirigenten und Regisseuren, die den Stellenwert dieses Kulturereignisses maßgebend prägten, mit großem Respekt, aber auch viel Liebe zuwendet.
Dabei werden unter anderem Kostüme der Stars ebenso erneut vor den Vorhang gebeten, wie die lebendige Erinnerung an unvergessliche Inszenierungen oder Auftritte. Nicht nur für Kenner und Liebhaber der Festspiele stellt die zweifellos, ja beinahe unbedingt sehenswerte Ausstellung eine optimale Möglichkeit dar, sich mit der Geschichte und der Idee auseineinderzusetzen.
Und eventuell gar auch aus (skeptischen) Salzburgern und (unschlüssigen) Tages-Gästen bekehrte, warum nicht auch eingeschworene Festival-Anhänger zu machen.
Mit einem nachvollziehbaren Bezug zum "Großen Welttheater" einer großen Stadt-Bühne.
Autor: Oliver H. S t a d l b a u e r
Das Salzburg Museum informiert: Eine Stadt als Kulturinstitution
Ein außergewöhnlicher Ausstellungsparcours entlang von exemplarischen Originalobjekten, Filmausschnitten, Hörsequenzen, Fotos, Figurinen und multimedialen Inszenierungen bildet den besonderen Rahmen dieser Ausstellung. Er findet seinen Höhe- und Endpunkt in der zentralen Installation der „Weltbühne“ und erinnert an große Inszenierungen. Eine Zeitleiste von 1920 bis zur Gegenwart begleitet das Publikum durch die Ausstellung. Zusätzlich zur Chronologie werden Einsichten in wichtige Ereignisse gegeben und vertiefende Themenschwerpunkte gesetzt.
Beispielsweise vermittelt „Being Herbert von Karajan“ die vielfältigen Facetten des Stardirigenten. Das Leben und Sterben des reichen Jedermann wird durch einen perspektivischen Theatertrick in das Heute transferiert. Besondere Requisiten aus verschiedensten Inszenierungen werden in Reagenzgläsern als Versuchsobjekte der „Moderne“ gezeigt. Die Verehrung Mozarts wird mit einer Skulptur in einem Leichensack ironisiert. Das Gründungsmanifest von Hugo von Hofmannsthal kann jeder Ausstellungsbesucher selbst nachlesen und mitnehmen.
Figurinen zu den einzelnen Aufführungen illustrieren die unterschiedlichen Herangehensweisen der Kostümgestalter. Unter anderem werden Richard Mayrs Kostüm des Ochs von Lerchenau, Grace Bumbrys Carmen-Kostüm oder das Traviata-Kleid von Anna Netrebko gezeigt. Wertvolle Autographe wie Max Reinhardts Regiebuch zum Jedermann, Joseph Messners Partitur der Festspielfanfare, Gottfried von Einems Noten zu Dantons Tod oder die gerade fertiggestellte Partitur Wolfgang Rihms zur heurigen Uraufführung der Oper Dionysos lassen die Werkentstehung nachvollziehen. Pressestimmen über die Salzburger Festspiele geben einen Einblick in die Geschichte aus Sicht der Medien.
Alles, was wir geliebt haben, was uns im Gedächtnis geblieben ist, wird auf der Weltbühne zu sehen sein. Diese bildet den Abschluss der Ausstellung und ist als Multimediainszenierung angelegt.
Im Erdgeschoß des Salzburg Museum wird in einem eigenen Ausstellungsraum der Buchstabe „B“ wie barocke Feste veranschaulicht. Die Inszenierung stellt Claudio Monteverdis Oper L’incoronazione di Poppea mit Kostümen, Requisiten und Filmausschnitten in den Mittelpunkt. Bühnenbildentwürfe aus dem Salzburger Universitätstheater und barocke Guckkastentheater lassen mit Ansichten des Heckentheaters im Mirabellgarten und des Steintheaters in Hellbrunn den Glanz barocker Feste in Salzburg erahnen.
Die Ausstellung hat sich vom ursprünglichen Festspielgedanken inspirieren lassen.
Frei nach dem Motto 'Die ganze Stadt ist Bühne' setzt sich die Enzyklopädie in der Stadt fort und sprengt den Rahmen der Kunsthalle des Salzburg Museum. So findet man zum Beispiel „M“ wie Moderne im Museum der Moderne Rupertinum, „G“ wie Genius Loci in Mozarts Geburtshaus oder „J“ wie Jedermann im Dommuseum zu Salzburg. Neben musealen Einrichtungen ist auch die Stadt selbst Bühne dieser Ausstellung. Die Kollegienkirche beispielsweise beherbergt den Buchstaben „E“ wie Expertiment, das Arthotel Blaue Gans zeigt unter dem Begriff „V“ wie Vanity prominente Persönlichkeiten bei den Salzburger Festspielen.
TIPP für "kunstKULTUR"-LeserInnen:
DAS GROSSE WELTTHEATER
90 Jahre Salzburger Festspiele
17.7.– 26.10.2010
Von 17. Juli bis 26. Oktober 2010 erzählt die Ausstellung „DAS GROSSE WELTTHEATER – 90 Jahre Salzburger Festspiele“ in der Kunsthalle des Salzburg Museum die Geschichte der Salzburger Festspiele. Eine multimediale Chronologie und Originalobjekte aus 90 Jahren, die Themen von A bis Z abdecken, leiten die Besucher durch die Ausstellung. Dabei werden nicht nur die einzelnen Persönlichkeiten und ihr Werk vorgestellt, sondern auch deren Motivation hervorgehoben.
Darüber hinaus bildet eine erwanderbare Enzyklopädie unter dem Motto „Die Salzburger Festspiele von A bis Z“ den dramaturgischen Rahmen zur Erforschung von 90 Jahren Festspielgeschichte. An den verschiedensten Orten z.B. im Monatsschlössl Hellbrunn, im Museum der Moderne Rupertinum, in der Langen Galerie der Erzabtei St. Peter, in Mozarts Geburtshaus oder auch im Foyer des Großen Festspielhauses und an zahlreichen weiteren Punkten werden kleinere, themenspezifische Ausstellungen zu den Salzburger Festspielen von A wie Architektur bis Z wie Zukunft gezeigt. Die Enzyklopädie kann quer durch die Stadt – im Zusammenspiel mit der Hauptausstellung im Salzburg Museum – erwandert werden.
Salzburg Museum | Neue Residenz
Mozartplatz 1, 5010 Salzburg
Öffnungszeiten:
Di-So 9-17 Uhr, Do 9-20; Juli und August auch Mo 9-17 Uhr
alle Fotos ® s1, s2, s3, s4: Salzburg Museum, Peter Laub


