Galerie Holzer

DAS GUTE, ALTE HANDWERK - NEU

Galerie Holzer

Am Wiener Spittelberg macht eine kleine, feine Maßmöbel-Fakultät international Furore.
Schön, dass die p.t. Klientel dabei auch noch zwischen Alt und Neu wählen kann.

                                                                                                                                   
Galerie HolzerBesser und überzeugender kann einer seine Liebe zur Profession nicht zum Ausdruck bringen. - "Das Design der früheren Wiener Werkstätte ist für mich der schönste Möbelstil, der je existierte", sagt Werner Holzer gerne, wird er auf dessen "Handwerk" angesprochen. Diese innere, gelebte Leidenschaft und die Liebe zum Restaurieren verbinden sich schier exemplarisch in der "Galerie Holzer" und deren Schaffen. Neben dem fundierten Antiquitätenhandel machte sich Werner Holzer in den vergangenen Jahren jedoch vor allem einen Namen als exquisiter Maßmöbel-Fakultant.
 
Zeitlos klassische Möbel-Architektur-Kunst
 
Galerie HolzerSo werden in der eigenen Tischlerei hochwertige Jugendstil- und Art Deco-Möbel quasi nachgebaut beziehungsweise restauriert. "Wir verbinden die Qualität der alten Handwerkskunst mit moderner Funktionalität", schwärmt Holzer über selbst kreierte, modernste Technik in altem Gewand. Ein disbezügliches Musterbeispiel stellt jener bemerkenswert elegante schwarze Jugendstil-Schreibtisch dar, aus dessen Tischplatte per Knopfdruck Bildschirm und DVD-Ablage automatisch hochfahren.
Viel zitiert, oft deplatziert. Das vorbildlich zeitlos Klassische lebt formvollendet mit zeitgemäßer Charakteristik, würde es der Meister selbst auch nicht passender ausdrücken. Denn unter o.e. überstrapazierter Phrase darf sich bei einem Holzer-Original selbst der verwöhnteste Kunde geradezu grenzenlose Wunscherfüllung vorstellen. Edelste Materialien, ausgetüfteltste Stilelemente garniert mit zeitgemäßer High-Tech - so interpretiert Holzer "seinen" Jugenstil "neu". Dabei wird vor allem Individualität groß geschrieben.
Apropos: "Der Jugendstil war die erste Gewerbebewegung zur Massenmöbelherstellung der Industrialisierung", betont Meister Holzer.
 
Stets lebe das Individuelle
 
Galerie HolzerDenn "kaum ein Stück, das damals erzeugt wurde, ähnelt exakt einem anderen." Unübersehbar ist Holzer gerade diese individuelle Formenvielfalt in dessen eigenen Neuanfertigungen von größter Bedeutung. Möglich ist dabei geradezu alles. Vom exzentrischsten Kundenwunsch bis hin zu ergänzenden Stücken bereits vorhandener Originalmöbel. Die Meisterschaft und das Beherrschen früherer Handwerkskunst machen Träume wahr. Vom Massivholzmöbel mit handgeschnitzten Teilen über Einlege- oder Flechtarbeiten, bis hin zu selbst designten und produzierten Beizen, Profilen oder Beschlägen. Der sympathische Perfektionist plaudert nicht ungern aus dem überquirlenden Nähkästchen. "Besonders aufwändig war es, mit speziellen Wachsen die Oberfläche und Patina eines 100 Jahre alten Stückes zu erzeugen", erinnert sich Werner Holzer an einen seinerzeitigen Auftrag, ein Regal zu einem geerbten Jugendstilzimmer zu bauen. Bei neuen Möbeln werden allerdings die heiklen Schellackpolituren meist durch Biolacke ersetzt. Dank einer Lackfabrik, welche die richtige Mischung, die dem Glanzgrad der Politur am nähesten kam, herstellte, ist auch dies realisierbar.
Seine Vision nennt Holzer selbst "konstruktiven Jugenstil", der -Tradition mit Funktion vereint- vererbbar sein soll und darüber hinaus das Individuelle erlebbar macht. Wie gesagt: Besser und überzeugender kann einer seine Liebe zur Profession nicht zum Ausdruck bringen.

Autor: Oliver H. Stadlbauer

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